Mexiko: Neue mobile Tierarztpraxis ermöglicht Versorgung von mehr Katzen und Hunden denn je

Die neue mobile Tierarztpraxis und Mitarbeiter in Playa del Carmen, Mexiko.Als Projektleiter Joaquin de la Torre und Erika Flores im Herbst 2010 gerade mit dem Auto in Playa del Carmen unterwegs waren, entdeckten sie am Straßenrand eine völlig ausgehungerte Hündin.

In sauberem Zustand wäre ihr Fell weiß gewesen, doch damals war es einfach nur grau vor Schmutz. Von Zeckenbissen und unbehandelten Entzündungen hatte sie am ganzen Körper rosa Narben und kahle Stellen. Sie war so schwach und hungrig, dass sie sich kaum auf den Beinen halten konnte. Als die beiden näher herangingen, sahen sie, dass sie aus Verzweiflung angefangen hatte, den Kadaver eines überfahrenen Hundes zu fressen.

Joaquin und Erika nahmen die Hündin kurzerhand mit nach Hause und tauften sie auf den Namen Esperanza, was auf Spanisch "Hoffnung" bedeutet.

Über zwei Jahre später ist sie immer noch so eine Art Maskottchen für unsere Arbeit in Mexiko.

Sie steht für all jene Hunde und Katzen, die auf eine zweite Chance hoffen -  für die, die in der Auffangstation oder im Tierheim leben müssen genau wie für die, die herrenlos durch die Straßen streunen.

Sie erinnert uns daran, wie wichtig es ist, Fürsorge und Mitgefühl zu vermitteln, Zugang zu tierärztlicher Versorgung zu schaffen und Lösungsansätze für ein friedlicheres und glücklicheres Miteinander von Hund, Katze und Mensch zu finden.

Lange sind uns Esperanzas Geschichte und ihr Name nicht mehr so bedeutsam vorgekommen wie vor zwei Wochen, als der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) für unser Projekt in Play del Carmen einen neuen Kombi für die Einrichtung einer mobilen Tierarztpraxis anschaffte.

Der Kauf ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit, monatelanger Planung und der Großzügigkeit der IFAW-Förderer.

Wir haben nicht nur den Kombi gekauft, sondern wollen ihn natürlich auch mit allem Notwendigen füllen - von Transportkäfigen und Leinen über Spritzen bis hin zu Antibiotika.

Gemeinsam mit unserer Partnerinstitution Coco's Cat Rescue wird die mobile Tierarztpraxis dann die wichtigen Aufgaben in Angriff nehmen, die wir während der Planungsphase eruiert haben. Sie wird Notfallhilfe für verletzte Straßenhunde und -Katzen leisten, sie wird Tiere aus benachteiligten Gemeinden zu Coco's Kastrationsklinik transportieren und in Maya-Gemeinden reisen, um dort grundlegende tierärztliche Versorgung bereitzustellen.

Die mobile Tierarztpraxis wird Schulen und öffentliche Veranstaltungen besuchen, dort das Konzept der tiergerechten Haltung vorstellen, bei der Wiedervereinigung von Hunden aus der Auffangstation mit ihren Besitzern vermitteln und Kastrationskampagnen unterstützen.

Playa del Carmen ist eine der Städte in Mexiko mit dem schnellsten Bevölkerungszuwachs und selbstverständlich steigt mit der Anzahl der Menschen auch die Anzahl der Hunde und Katzen.

Schätzungen zufolge leben in der Stadt Zehntausende Haustiere und wir sind davon überzeugt, dass die mobile Tierarztpraxis in den kommenden Jahren alle Hände voll zu tun haben wird.

Neben den Einsätzen, die wir in Zusammenarbeit mit Coco's Cat Rescue durchführen, werden wir auch andere wichtige Bereiche unseres Projektes fortsetzen.

Die Verfolgung eines ganzheitlichen Ansatzes ist unverzichtbar, um für die Hunde und Katzen von Playa del Carmen auch langfristig gesehen eine bessere Perspektive zu schaffen.

Teil dieses Ansatzes ist auch die Einbeziehung der Gemeinden in den Prozess der Lösungsfindung, so dass die Tierbesitzer in der Lage sind, Lösungsansätze für ihre individuelle Situation zu entwickeln.

Durch diesen Appell an die Eigenverantwortung der Menschen sollen die Ursachen dafür, dass Tiere leiden, direkt bei der Wurzel bekämpft werden.

Unser Ziel ist die Entwicklung einer langfristigen und humanen Strategie der Haustierpopulationskontrolle und die Förderung einer Kultur der Fürsorge und Verantwortung innerhalb der Gemeinden.

Dabei sind die wichtigsten Grundsätze Aufklärung, bessere Gesetze, Kommunikation und Vernetzung, damit die Gemeinden ihre Probleme letztendlich selbst in die Hand nehmen können. In den kommenden Monaten und Jahren werden wir unsere Arbeit immer wieder auf den Prüfstand stellen und diese Erkenntnisse dazu nutzen um zu optimieren, was wir tun und wie wir es tun.

Von einem Leben, wie es Esperanza heute als festes Mitglied in Joaquins und Erikas Vierbeiner-Team führt, können viele hilfebedürftige Hunde und Katzen nach wie vor nur träumen.

Wir freuen uns riesig, dass wir mit der neuen mobilen Tierarztpraxis ab jetzt mehr Tieren denn je helfen können und dass sie unsere Arbeit in vielerlei Hinsicht verbessern wird.

іMuchas gracias a todas las personas en todo del mundo que apoyan nuestro trabajo en México! Ohne Ihre Unterstützung wäre das alles nicht möglich.

--HL

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Experten

Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Cora Bailey
Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe