Malawi: IFAW und HELP starten gemeinsames Bildungsprojekt

IFAW Präsident Azzedine Downes und die Ministerin für Tourismus, Natur und Kultur, Rachel Mazombwe-Zulu bei der Einweihung der Fischfarm in der Nähe des Liwonde-Nationalparks in Chikolongo. © IFAW/R.GangaleDer Liwonde-Nationalpark in Malawi ist für mich ein ganz besonderer Ort. Nicht nur weil er zahlreiche faszinierende Tierarten beheimatet, sondern auch weil die Gemeinden in der Nähe des Parks eine außergewöhnlich große Bereitschaft zeigen, zum Schutz dieser Tiere beizutragen.

Letzten September habe ich dort gemeinsam mit der Ministerin für Tourismus, Natur und Kultur und anderen malawischen Regierungsvertretern die gemeinschaftliche Chikolongo Fischfarm eingeweiht. Der IFAW hat die Umsetzung des Projekts mitfinanziert.

Die Fischfarm ist ein einzigartiges Projekt. Die Farm und die Zäune, die mit Geldern des IFAW errichtet wurden, dienen dazu, die Wilderei und die Mensch-Tier-Konflikte in und um den Park und das Flussbecken des Shire-Flusses einzudämmen: Die Farm bietet den Menschen eine Existenzgrundlage und ermöglicht ihnen den Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Zäune halten Elefanten davon ab, die Felder zu zerstören.

Das Projekt hat sich als voller Erfolg erwiesen und die Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren sind erheblich zurückgegangen. Doch dieser Erfolg ist für uns noch lange kein Grund, uns zurückzulehnen.

Nach monatelanger Vorbereitung sind meine Kolleginnen Nancy Barr und Erica Martin heute nach Nathomba am westlichen Rand des Liwonde-Nationalparks gereist, um dort in einer Grundschule den Beginn unserer Kooperation mit HELP (Hope, Educate, Love, Protect), einer auf Malawi spezialisierten gemeinnützigen Organisation, zu feiern. Unter anderem wollen wir dafür sorgen, dass das Thema Tierschutz in den Unterricht integriert wird.

Unsere Ziele und die von HELP ergänzen sich ausgezeichnet: Der Schwerpunkt des IFAW Bildungsprogramms Animal Action Education liegt auf Tier- und Naturschutz, während HELP sich dafür einsetzt, mehr Lehrer zu rekrutieren und die Zahl der Schulabbrecher und Sitzenbleiber zu senken. Von dem gemeinsamen Projekt werden tausend Schüler, ihre Familien sowie Gemeindemitglieder, die täglich Kontakt zu den Wildtieren im Liwonde-Nationalpark haben, unmittelbar profitieren.

Der IFAW hat bereits begonnen, neue Lehrpläne zu entwickeln. In Kooperation mit HELP sorgen wir dafür, dass die Schule in Nathomba neue Bücher und Schultische bekommt. Außerdem werden zwei neue Schlafräume für Nachwuchslehrer gebaut (Jährlich kommen zwölf fertig ausgebildete Lehrkräfte aus dem Machinga Teacher Training College in die Schule). Eine ihrer wichtigsten Aufgaben wird die Vermittlung des neuen Unterrichtsstoffs sein. Gleichzeitig wird durch sie das Verhältnis von Schülern zu Lehrern in Nathomba von 90:1 auf 43:1 gesenkt.

Unser Bildungsprogramm geht weit über die alleinige Vermittlung des Tierschutzgedankens hinaus. Es dient auch der Allgemeinbildung und verbessert die Lese- und Schreibkenntnisse der Schüler. Gleichzeitig wollen wir erreichen, dass mehr Kinder die Schule erfolgreich abschließen.

Aktuelle Studien haben gezeigt, dass afrikanische Länder mit einem höheren Bildungsstandard auch ihre Tiere besser schützen als Staaten, in denen Schulen fehlen und Korruption weit verbreitet ist – selbst wenn sie über große Naturschutzgebiete verfügen.

Um herauszufinden, welche Faktoren für einen langfristigen Schutz von Elefantenpopulationen ausschlaggebend sind, hat ein Team aus Ökologen der niederländischen Universität Wageningen die Anzahl von Elefanten in verschiedenen Ländern untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass die Anzahl der Elefanten in einem Land viel stärker von der Naturschutzpolitik, der Alphabetisierungsrate, dem Ausmaß an Korruption und der wirtschaftlichen Situation abhängt als von der Verfügbarkeit von Nahrung und Wasser für die Tiere.

Wenn die Ziele von Kooperationspartnern sich so perfekt ergänzen wie hier in Malawi, wissen wir, dass wir für Menschen und Tiere viel bewirken können.

Azzedine Downes

Erfahren Sie mehr über die das Bildungsprogramm des IFAW.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien