Kenia: Historisches Abkommen sichert Wanderkorridor für Elefanten

IFAW Präsident Azzedine Downes und Massai-Vertreter Daniel Leturesh bei der Unterzeichnung der Anteilscheine für den "Kitenden Corridor" nach Schließung des Pachtvertrags am 17. Juli 2013 im Amboseli-Nationalpark in Kenia. © IFAW/K. PrinslooAm Mittwoch, den 17. Juli, veranstaltete der IFAW an einem der wahrscheinlich spektakulärsten Orte der Welt eine feierliche Zeremonie: am Fuß des Kilimandscharo. Der Kilimandscharo ist der höchste freistehende Berg Afrikas und ein Wahrzeichen. Fotos von Elefantenherden vor dieser beeindruckenden Bergkulisse wecken in vielen Menschen den Wunsch, in den nächsten Flieger Richtung Afrika zu steigen.

Der Kilimandscharo liegt in Tansania, direkt an der Grenze zu Kenia und in unmittelbarer Nähe eines weiteren faszinierenden Naturphänomens - dem Amboseli-Nationalpark. Dort leben 1.400 Elefanten, unzählige Wildtierarten wie Löwen, Geparde, Leoparden, Büffel, Gnus, Giraffen und zahlreiche Vogelarten. Zusammen sind Amboseli und der Kilimandscharo das Spektakulärste, was Afrika zu bieten hat.

Doch Amboseli und seine wundervolle Tierwelt sind in Gefahr. Der Amboseli-Nationalpark ist der zweitkleinste Park Kenias und bietet deshalb nicht ausreichend Nahrung für die riesigen Elefantenherden. Daher müssen die Elefanten täglich etliche Kilometer zurücklegen. In der Regenzeit sind die Strecken, die sie wandern müssen, um Nahrung zu finden, sogar noch weiter. Dabei durchqueren sie von Menschen besiedelte Gebiete und geraten häufig mit den dort lebenden Massai in Konflikt.

Die beliebteste und Jahrtausende alte Reiseroute der Elefanten führt über die tansanische Grenze zu den Hängen des Kilimandscharo. Im Laufe der Jahre hat die Besiedelung der Gebiete rund um den Amboseli-Nationalpark jedoch dazu geführt, dass der Raum, auf dem sich die Dickhäuter frei bewegen können, immer kleiner wurde. Dörfer, kleine Farmen und große Viehherden sind in ihren Lebensraum eingedrungen. Zudem stellen auch Bergbau und große Landwirtschaftsbetriebe eine Bedrohung dar. Es war daher höchste Zeit, zu handeln, um den Lebensraum der Elefanten zu sichern, bevor es zu spät sein könnte.

IFAW Präsident Azzedine Downes erklärt im Video die Hintergründe des historischen Abkommens zwischen dem IFAW und den Massai.

Nachdem der IFAW gemeinsam mit Partnerorganisationen eingehende Diskussionen und wissenschaftlichen Untersuchungen durchgeführt hatte, war letztendlich klar, was zu tun war: Ein Teil des Landes muss gepachtet werden. Nur so kann der Lebensraum in Amboseli erweitert und ein sicherer Korridor geschaffen werden, durch den die Elefanten zur Grenze gelangen können. Auf der tansanischen Seite existiert bereits ein solcher Korridor. Wenn wir beide verbinden, können sich die Elefanten gefahrlos zwischen Amboseli und dem Kilimandscharo bewegen.

Am 17. Juli unterzeichnete der IFAW schließlich in Amboseli einen Pachtvertrag mit der Massai-Gemeinde, der Olgulului-Ololarashi Group Ranch (OOGR). Mit diesem Vertrag wurde ein 6.400 Hektar großes Gebiet, der so genannte "Kitenden Corridor", unter Schutz gestellt. Dies ist nicht nur ein großer Erfolg für unser Team in Ostafrika, das von James Isiche geleitet wird, sondern ein bedeutender Moment für den IFAW insgesamt. Und mit der Unterzeichnung honorieren wir die Werte der Massai, die schon seit fast 300 Jahren in Amboseli für den Schutz von Elefanten und anderen Wildtieren sorgen.

Viele Massai wohnten der Unterzeichnung des Pachtvertrags zwischen dem IFAW und der Massai-Gemeinde am 17. Juli im Amboseli-Nationalpark in Kenia bei. © IFAW/K. Prinsloo

Fast 1.600 Massai nahmen am Mittwoch in Engong Narok in Amboseli an der Zeremonie teil. Sie alle gaben durch die Unterzeichnung eines Anteilscheins ihre Zustimmung, ihr Land an den IFAW zu verpachten. Auch wichtige Vertreter der kenianischen Regierung, darunter der Umweltminister, der Leiter der Naturschutzbehörde KWS und der Gouverneur des Bezirks Kajiado, gaben sich die Ehre, um den Erfolg mit uns gemeinsam zu feiern.

All dies wäre ohne die Unterstützung unserer Spender nicht möglich gewesen. Ich möchte Ihnen dafür herzlich danken. Ich bin sehr glücklich über das, was der IFAW für die Elefanten in Ostafrika erreichen konnte.

Azzedine Downes

Unsere Arbeit braucht Ihre Unterstützung. Erfahren Sie mehr darüber, was der IFAW tut, um Elefanten und ihre Lebensräume zu schützen.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
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Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
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Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
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