Internationaler Gerichtshof entscheidet über Japans Walfang in der Antarktis

Japan jagt im Südpolarmeer Zwergwale
Dienstag, Juni 25, 2013
Hamburg

Die australische Regierung klagt vor dem Internationalen Gerichtshof gegen die japanische Regierung, weil diese trotz eines internationalen Moratoriums weiterhin Wale in der Antarktis jagt – unter dem Deckmantel der Wissenschaft.

„Wir hoffen, dass das Gericht endlich Schluss macht mit der Augenwischerei, die die japanische Regierung betreibt, indem sie ihren kommerziellen Walfang als ,wissenschaftlich‘ bezeichnet“, so Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds).

Unabhängige Gremien internationaler Juristen haben das wissenschaftliche japanische Walfangprogramm immer wieder als unvereinbar mit internationalem Recht bezeichnet.

„Die öffentliche Meinung steht ohnehin fest“, so Sonntag weiter. „Kommerzieller Walfang ist grausam und veraltet und bringt keinen wissenschaftlichen Nutzen. Japanische Steuerzahler sind gezwungen, eine sterbende Industrie zu unterstützen. Wir sind froh, dass der Internationale Gerichtshof dieses skandalöse Vorgehen genau untersuchen wird.“

Die Entscheidung des Gerichtshofs ist nicht nur für die Wale im Schutzgebiet Südpolarmeer von Bedeutung, sondern auch für den zukünftigen Umgang mit anderen Staaten, die multilaterale Umweltabkommen wie CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) oder CMS (Convention on Migratory Species) missachten.

Seit Einführung des internationalen Moratoriums zum kommerziellen Walfang in 1986 tötete Japan mehr als 14.000 Wale im Namen der Wissenschaft, die meisten davon im Südlichen Ozean.

Der IFAW hat bereits mehrfach juristische Epertenanhörungen einberufen, um auf den wissenschaftlichen Walfang Japans zu reagieren. Die IWC (Internationale Walfang-Kommission) war bisher nicht in der Lage, sich dieses Themas anzunehmen, auch bedingt durch japanische Stimmenkäufe bei der IWC.

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