Indien: Vier Elefanten erreichen ihr neues Zuhause im Manas-Nationalpark

Die vier Elefanten werden für den Transport nach Manas verladen.Eine Elefantenumsiedlung ist keine einfache Angelegenheit. Einen ganzen Tag und eine Nacht lang dauerte die 450 Kilometer weite Reise. Verladung, Fütterung, Betreuung und die Freilassung mussten koordiniert werden. Unsere erfahrenen Tierärzte, Dr. Anjan Talukdar und Dr. Avjit Bhawal, leiteten das sechszehnköpfige Team.

Elefanten in LKWs erregen sofort Aufmerksamkeit. Muktar Ali, Chef eines kleinen Betriebes in Rangi, spendete zu Ehren der „Ganesh Baba“ (das ist der religiöse Name für Elefanten in Assam) große Bananenbäume als Futter für die Elefantenbabys.

Die LKWs bringen die Elefanten nach Manas.

Nachdem die drei LKWs die nationale Autobahn hinter sich gelassen und den mächtigen Fluss Brahmaputra überquert hatten, war für die Elefantenkinder das neue Zuhause in Manas fast erreicht.

Manas ist eine einzigartige und von Menschen kaum erschlossene Landschaft: grünes Dickicht, durch das sich der schmale Lauf des Flusses Doimari schlängelt und dessen Flussbett strahlend weiße Steine zieren. Jahrelange politische Unruhen in der Region haben allerdings die Lebensräume zerstört, wilde Tiere vertrieben und die Artenvielfalt dezimiert.

Der IFAW will nun gemeinsam mit dem Wildlife Trust of India im Rahmen des Greater Manas Conservation Projects dafür sorgen, dass der Park wieder zur Blüte vergangener Tage zurückfindet. Die Ansiedlung von Elefanten ist Teil des Projekts und die Umsiedlung der vier Elefantenbabys Jakhala, Rani, Tora und Diffloo ein Baustein davon.

Die Elefanten werden für die Freilassung in den Manas-Nationalpark vorbereitet.

Sobald Jakhala, das scheueste Elefantenkalb, den Transporter verlassen hatte, scherte sie aus und rannte ins Dickicht in Richtung der nördlichen Flusskreuzung des Doimari. Sie folgte offenbar dem Ruf einer wilden Elefantenherde.

Jakhala wurde am 27. August 2011 an einem Ort namens Jakhalabandha gefunden und am 29. August in die Station gebracht. Sie war von Anfang an sehr eigenständig und aktiv und wurde deshalb in der IFAW Wildtier-Rettungsstation nicht von Hand mit der Flasche aufgezogen. Als sich die verwaisten Elefanten in der Station zu einer Herde zusammentaten, war sie wie eine Mutter für die vier Kälber. Daher vermuteten wir, dass sie nach der Ankunft der Elefanten in Manas erstmal bei den drei Babys bleiben würde. Aber sie hatte andere Pläne. Unsere Fährtensucher versuchten den gesamten Nachmittag vergeblich sie zu finden. Erst viel später kam sie zurück, um in der Nähe des Nachtgeheges nach Futter zu suchen. Unsere Pfleger hatten große Mühe, sie wieder zur Gruppe zurückzubringen.

Eins der Elefantenbabys betritt seine neue Heimat, den Manas-Nationalpark.

Am schwierigsten war es, Diffloo, das wildeste Baby, ins Nachtgehege zu bringen. Doch schließlich hatten wir auch ihn soweit. Tora und Rani waren erst einmal vor allem mit der Erkundung des Graslands und ihrer neuen Umgebung beschäftigt.

Ein großes Dankeschön an alle, die uns bei der Rettung dieser Elefantenwaisen unterstützt haben und den Tieren so die Möglichkeit geben, ein neues Leben in Freiheit zu führen. Ohne die Hilfe unserer Unterstützer wäre dies nicht möglich.

Subhamoy Bhattacharjee

Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit im Manas-Nationalpark.

Post a comment

Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien