Gemeinsam gegen Wilderer und illegale Wildtierhändler in Südafrika

RIkkert Reijnen spricht vor den Teilnehmern der Initiative für den Aufbau eines Netzwerkes gegen den Wildtierhandel in Südafrika.Noch bis vor kurzem waren Elefanten, Nashörner und andere Wildtiere in den südlichen Regionen Afrikas relativ sicher.

Die Massentötungen, die zurzeit die Wildtiere Afrikas dezimieren, begannen in Zentral- und Westafrika. Von dort aus wanderten die Wilderer dann weiter nach Osten. Jetzt haben sie die Länder im Süden Afrikas im Visier. Einige dieser Länder beherbergen die größten Elefantenherden und die letzten Nashornpopulationen des afrikanischen Kontinents. Die Ausbreitung der grenzüberschreitenden Wilderei und der Zusammenschluss der Wilderer zu bewaffneten Gruppen haben sehr schnell alarmierende Ausmaße angenommen.

Die für den Wildtierschutz zuständigen Ministerien sind oftmals nicht in der Lage, der Situation Herr zu werden, denn sie haben es hier mit aggressiven, gut organisierten, erfahrenen und schwer bewaffneten Wilderern und Händlern zu tun.

Der IFAW ist überzeugt, dass eine koordinierte Zusammenarbeit der Regierungen der betroffenen Länder unverzichtbar ist, um die Wilderei und den illegalen Wildtierhandel in den Griff zu bekommen.

Den Regierungen von Botswana und den USA ist es zu verdanken, dass die Initiative für den Aufbau eines Netzwerkes gegen Wildtierhandel und Wilderei im südlichen Afrika (Wildlife Enforcement Network for Southern Africa, kurz WEN-SA) ins Leben gerufen wurde. Der IFAW ist froh, diese Initiative unterstützen zu können. In Botswana habe ich deshalb am gemeinsamen Start-Workshop der mitwirkenden WEN-SA-Länder (Angola, Botswana, Malawi, Mosambik, Namibia, Swasiland, Sambia, Simbabwe, Südafrika) teilgenommen, um dort mein Wissen weiterzuvermitteln.

Unter anderem habe ich von den Ergebnissen der „Operation Worthy“ berichtet. Dabei handelt es sich um eine von INTERPOL im Jahr 2012 geführte und durch den IFAW unterstützte Aktion, bei der mehr als zweihundert illegale Wildtierhändler verhaftet sowie zwei Tonnen Elfenbein und zwanzig Kilo Nashorn-Horn beschlagnahmt werden konnten. Dieses Beispiel zeigt, was man gemeinsam erreichen kann, denn zu verdanken ist dies der gemeinsamen Schulung der Regierungsbehörden von vierzehn afrikanischen Ländern.

Jetzt sitze ich am Flughafen von Johannesburg und kann aus erster Hand von unserem Erfolg berichten: Alle Länder haben schriftlich erklärt, gemeinsam gegen Wilderei und illegalen Wildtierhandel vorgehen zu wollen.

Damit ist WEN-SA jetzt Realität. Dies wird unsere nationale und regionale Handlungsfähigkeit gegen die Wilderei stärken und zur Bildung neuer Kooperationen beitragen. Ein vorläufiges Büro wird von der Regierung Botswanas zur Verfügung gestellt und in Kürze schon kann WEN-SA mit anderen Netzwerken wie HA-WEN am Horn von Afrika und ASEAN-WEN in Südost-Asien kooperieren.   

Illegaler Wildtierhandel ist eine globale Herausforderung, die nicht an Ländergrenzen und deren Zuständigkeitsbereichen Halt macht. Darum müssen wir dem Problem mit durch einen starken Zusammenhalt zwischen den Regierungen begegnen. Der Aufbau langfristiger Beziehungen mit den Nachbarländern und den Ländern in Übersee ist für den Erfolg unverzichtbar. Ich freue mich sehr über das Ergebnis dieses Workshops. Es ist ein großer Erfolg für die südafrikanische Region.

Dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass noch sehr viel getan werden muss. Deshalb will der IFAW dazu beitragen, dass die notwendigen Voraussetzungen für ein effektives Vorgehen gegen den illegalen Handel  bei den zuständigen Behörden geschaffen werden. Wir konzentrieren uns dabei auf eine Verbesserung beim Aufspüren, bei der Überwachung und beim Verbot von Schmuggel mit Wildtierprodukten.

Ich bin stolz, dass ich als Teil eines globalen Teams dazu beitragen kann, einen Weg für ein wirksames Netzwerk gegen den illegalen Wildtierhandel im südlichen Afrika zu ebnen.

Rikkert Reijnen

Erfahren Sie mehr darüber, was der IFAW tut, um den illegalen Wildtierhandel zu stoppen.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien