EU-Parlament fordert mehr Einsatz für umfassenden Wildtierschutz

Der Beschluss fordert nicht nur einen Aktionsplan, sondern auch einen Treuhandfonds, um betroffene Länder in ihrem Kampf gegen Wilderer und illegale Wildtier-Händler zu unterstützen.

Heute verabschiedete das Europäische Parlament eine Resolution, mit der sie gegen den illegalen Wildtierhandel vorgehen will. In dem Papier wird gefordert, dass die EU sich verstärkt für eine Beendigung des illegalen Wildtierhandels innerhalb ihrer eigenen Grenzen aber auch international einsetzt.

Die Resolution ist die Antwort auf den dramatischen Wilderei-Anstieg der letzten Jahre. Das Abschlachten von Wildtieren hat inzwischen Rekordniveau erreicht. Viele der aus Wildtieren hergestellten Produkte sind mehr wert als ihr eigenes Gewicht in Gold.

Besonders freue ich mich, dass die Resolution einen Aktionsplan fordert, denn dies hatte der IFAW schon lange vorgeschlagen. Außerdem soll es einen ausreichend ausgestatteten Treuhandfonds geben, der betroffene Staaten beim Kampf gegen Wilderer und Wildtierhändler unterstützt. Lesen Sie auch: EU ergreift wichtige Maßnahmen zum Schutz der Elefanten – dennoch bleibt viel zu tun

Internes Vorgehen der EU

Die Resolution spiegelt die langjährigen Empfehlungen des IFAW wider, die Commission Recommendation No 2007/425/EC vollumfänglich umzusetzen. In unserer Empfehlung haben wir eine Reihe von Aktionen aufgelistet, mit der die EU gegen den illegalen Handel mit gefährdeten Arten vorgehen sollte. Dazu gehören die Entwicklung eines nationalen Aktionsplans, höhere Strafen sowie mehr Ressourcen und Trainings für Beamte, Staatsanwaltschaften und sonstige Justizbehörden.

Erst kürzlich mussten wir wieder erleben, dass Gesetze sowie Strafverfolgung und Strafmaß in den EU-Mitgliedsstaaten nicht ausreichend sind: Im März 2013 erhielten zwei Händler von Nashorn-Hörnern in Irland eine Strafe von jeweils 500 Euro. Für den Schmuggel von acht Hörnern mit einem geschätzten Wert von 500.000 Euro ist dies eine klägliche Strafe.

 

Internationales Vorgehen der EU

Die Empfehlung fordert insbesondere die Aufstellung und Umsetzung eines Wildtier-Strafverfolgungsnetzwerkes – genau wie es der IFAW bereits am Horn von Afrika unterstützt. Außerdem wird eine verbesserte diplomatische Zusammenarbeit gefordert, um Möglichkeiten gemeinsamer Aktionen der EU mit afrikanischen Ländern und anderen Partnern wie den USA identifizieren zu können.

Illegaler Handel im Internet

Das Europäische Parlament hat außerdem seine volle Unterstützung für eine Untersuchung des Internet-Elfenbeinhandels zugesagt, den der IFAW gemeinsam mit INTERPOL durchgeführt hat. Die Untersuchung mit dem Namen „Project Web“ hat über einen Zeitraum von nur zwei Wochen ergeben, dass auf den Internet-Auktionsseiten der zehn teilnehmenden Länder ein Gesamtvolumen von ungefähr 4.500 Kilogramm Elfenbein mit einem geschätzten Wert von schätzungsweise 1,45 Millionen Euro gehandelt werden. Mit der Resolution hat das Parlament die Europäische Kommission aufgefordert, alle Empfehlungen dieses Berichts umzusetzen. 

Nächste Schritte

Das Europäische Parlament hat erneut seinen festen Willen gezeigt, sich gegen den illegalen Wildtierhandel einzusetzen und die Wilderei zu stoppen. Dennoch liegt die tatsächliche Macht bei den EU-Mitgliedsländern und der Europäischen Kommission.

In den kommenden Monaten werden wichtige Verhandlungen stattfinden, beginnend mit dem Gipfel zum illegalen Wildtierhandel in London. Außerdem wird es unverzichtbare Verhandlungen über EU-Finanzierungshilfen für Afrika geben.

Diejenigen, die an den Verhandlungstischen sitzen werden, müssen sich nach den Empfehlungen des Europäischen Parlaments richten und sicherstellen, dass sie den gefährdeten Arten den Schutz zukommen lassen, den diese verdienen.

Satyen Sinha

Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit gegen den illegalen Wildtierhandel.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien