Die Song of the Whale setzt Segel für Forschungsmission im Mittelmeer

Das Team der Song of the Whale stemmt sich in der Biskaya auf dem Weg von England ins Mittelmeer gegen den Seegang

Nach wochenlangen, zunehmend hektischen Vorbereitungen, Schiffswartung und letztem technischem Getüftel lief die Song of the Whale am 23. Mai 2013 aus dem Hafen von Ipswich aus.

Mit einer Crew von sieben Leuten sind wir nun auf dem Weg nach Korsika: Skipper Brian, Ingenieur Mat, Maat Edd, Deckshelferin Nicola, Wissenschaftler Anna, Luke und ich. Mein Name ist Conor Ryan und ich bin seit kurzem Mitglied des Teams der Song of the Whale. Ich komme aus Cork, Irland, und habe gerade meine Promotion über Bartenwale abgeschlossen.

Auf unserer Fahrt war uns bislang lediglich der Anblick eines einzigen Schweinswals, einer Kegelrobbe (vor dem Hafen von Felixstowe) sowie einer Gruppe Großer Tümmler vergönnt (nördlich der Kanalinseln). In der Anfahrt auf die stark frequentierte Fahrrinne in der Meerenge von Dover nahm Anna außerdem mit unserem Unterwassermikrofon akustische Signale von Schweinswalen auf.

In den ersten Tagen haben wir uns langsam an unseren  Schiffsalltag gewöhnt. Dieser besteht  abwechselnd aus Steuern, Überwachen des Unterwassermikrofons und Haushaltstätigkeiten wie Kochen.

Auf unserer Fahrt ins Mittelmeer werden wir mehrere Tiefseegräben bei Portugal untersuchen, die möglicherweise als Lebensraum von Schnabelwalen genutzt werden. Danach werden  wir durch die Meerenge von Gibraltar ins Mittelmeer fahren und Korsika ansteuern.

In diesem  Sommer wollen wir uns insbesondere auf die Suche nach den schwer zu findenden Schweins- und Pottwalen in wenig erforschten Gewässern im Ostmittelmeer machen - darunter auch die Ägäis, nie zuvor erforschte Gebiete im Levantischen Meer und ägyptische Gewässer. Außerdem wollen wir Daten zu Lärm und Schiffsverkehr sammeln, die langfristig helfen, Wale besser vor Lärm zu schützen und Zusammenstöße von Walen mit Schiffen zu vermeiden.

Luke, der gerade seinen Abschluss an der St Andrew's University in Schottland gemacht hat, arbeitet ehrenamtlich für das Team der Song of the Whale. Er will eine neue Methode für die Gewinnung von Blas-Proben testen. Der Blas ist die ausgeatmete Atemluft der Wale nach dem Tauchvorgang. Mit Hilfe des Blas lässt sich den Hormonspiegel bei Walen untersuchen, was Aufschluss über Schwangerschaft und Stressbelastung der Tiere gibt.

Aber zuerst geht's für uns nun weiter durch den kalten grauen Ärmelkanal in der Hoffnung, in den kommenden Tagen noch den ein oder anderen Wal (und weniger Müll!) zu Gesicht zu bekommen.

Conor Ryan

Mehr Informationen über die Song of the Whale finden Sie hier.

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Experten

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Dr. Ralf Sonntag, Länderdirektor Deutschland
Länderdirektor Deutschland
Isabel McCrea, Regionaldirektorin Ozeanien
Regionaldirektorin Ozeanien
IFAW Japan Representative
Repräsentantin IFAW Japan
Patrick Ramage, Programmdirektor Wale
Programmdirektor Wale
Robbie Marsland, Regionaldirektor Großbritannien
Regionaldirektor Großbritannien