Deutscher Bundestag trifft wichtige Entscheidung zum Robbenschutz

IFAW feierten 2009 den Beschluss des EU-Parlaments, den Handel mit Robbenprodukten in Europa zu beenden.

Heute Nacht hat der Deutsche Bundestag mit seltener Einstimmigkeit beschlossen, dass Deutschland auf jeden Fall am bestehenden europaweiten Handelsverbot für Robbenprodukte festhalten soll, ganz egal wie über die Anfechtung Norwegens und Kanadas vor der Welthandelsorganisation WTO entschieden wird.

Dieses Robbenhandelsverbot wurde 2009 beschlossen, initiiert u.a. durch nationale Handelsverbote in Belgien und Holland, aber auch durch starken Druck der Bundesregierung auf die EU-Kommission. Dieses Handelsverbot war ein wichtiger Schritt gegen die unsäglich grausame Robbenjagd, die insbesondere in Kanada, aber auch in Norwegen und Namibia stattfindet. Das Handelsverbot hat bewirkt, dass in den letzten Jahren etwa 80 Prozent weniger Sattelrobben getötet wurden. Wir vom IFAW haben auch damals schon intensiv mit einer ganzen Reihe von Regierungen in der EU zusammengearbeitet, um diese wichtige Gesetzgebung voranzubringen.

Dieser Beschluss der EU spiegelt den Willen aller 26 Mitgliedsländer wider, die die kanadische Robbenjagd ethisch für nicht mehr vertretbar halten und deshalb Robbenprodukte schon allein aus moralischen Gründen von europäischen Märkten verbannen wollen. Norwegen und Kanada meinen, ein Handelsverbot, das auf moralischen Gründen basiert, stehe uns als EU nicht zu. Deshalb klagen beide Staaten vor der Welthandelsorganisation gegen die EU, um das Gesetz zu kippen. Wir vom IFAW meinen, wir Europäer müssen uns unbedingt eine ethisch motivierte Entscheidungsfreiheit bewahren, darum ist es eine Priorität für unsere Arbeit, dass das Handelsverbot bestehen bleibt. Wir arbeiten daher intensiv mit Mitgliedern des Bundestages, der EU-Kommission und Politikern anderer EU-Länder zusammen!

Ganz egal, wie die Verhandlungen ausgehen, selbst wenn Handelsinteressen über Ethik und Moral gestellt werden sollten, hat die EU verschiedene Möglichkeiten mit so einem Richtspruch umzugehen. Der Beschluss des Bundestages fordert jetzt klar und eindeutig, dass die Bundesregierung und die EU unbedingt am Handelsverbot festhalten sollen.

Dies ist nicht nur ein Schritt, das ist ein Weitsprung dahingehend, dass das Handelsverbot aufrechterhalten bleibt. 

--RS

Weitere Informationen über unseren Kampf gegen die Robbenjagd finden Sie auf unserer Webseite.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Sheryl Fink, Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Sonja Van Tichelen, Regionaldirektorin EU, Länderdirektorin Deutschland
Regionaldirektorin Europäische Union, Länderdirektorin Deutschland