Das Fischfarm-Projekt im Herzen Afrikas

Die Menschen können jetzt auch außerhalb des Liwonde-Parks Wasser holen.Ich bin im Moment in Malawi, um zu prüfen, wie wir unser Fischfarm-Projekt ausweiten können. Deshalb habe ich hier Gespräche mit dem Deutschen Botschafter und dem malawischen Minister geführt.

Die Fischfarm ist Teil unseres Engagements im Liwonde-Nationalpark im Herzen Afrikas. Der Park befindet sich entlang der Lebensader der Region, dem Shire-Fluss. Er beherbergt unter anderem über 800 Elefanten sowie Büffel- und Antilopenherden. Doch der Nationalpark ist alles andere als ungestört. Tag für Tag gehen die Bauern in den Park zum Fluss, um Wasser zu holen oder illegal zu fischen beziehungsweise um Drahtschlingen zur Wilderei anzubringen. Wir hoffen, dass dies künftig durch die Fischfarm verhindert wird.

Der Liwonde-Nationalpark ist eine Oase der Wildnis inmitten einer eng besiedelten Gegend, in der Menschen dem Boden gerade mal das Nötigste abringen. Sie leben in bitterer Armut ohne fließend Wasser und Strom. Daher müssen sie täglich an den Fluss im Park. Dies kostet Dutzende Menschen jedes Jahr das Leben: Sie fallen Krokodilen, Nilpferden oder Elefanten zum Opfer.

Damit sowohl den Menschen in Malawi als auch den Tieren geholfen wird, kam der IFAW auf die etwas ungewöhnliche Idee, eine Fischfarm zu bauen. Um die Fischfarm mit Wasser zu versorgen, haben wir eine Leitung zum Fluss gebaut und pumpen das notwendige Wasser mit Hilfe einer Pumpanlage zur Farm. Damit haben auch die Menschen Zugang zum Wasser und müssen nicht täglich zum Fluss mit seinen Krokodilen und Flusspferden laufen. Mitfinanziert wurde die Realisierung dieses Projektes von der deutschen Botschaft.

Als wir die Fischfarm erreichten, begrüßten uns die Mitglieder aller 25 Familien, die beim Bau der Farm mitgewirkt hatten, freudig. Sie alle haben intensiv mitgeholfen, dieses Projekt zu realisieren. Voller Stolz zeigen sie uns die sieben Becken der Anlage, in denen einheimische Tilapien in verschiedenen Größen herangewachsen sind. In zwei bis drei Wochen werden die Tiere groß genug sein, um sie zu verzehren. Dann kann die Verteilung losgehen, die das dringend notwendige Eiweiß auf den Tisch bringt.

Zusätzlich haben wir den maroden Wildtierzaun im Umfeld der Farm auf circa sechs Kilometer erneuert, was die Elefanten von den Feldern der Bauern fernhält und zumindest hier funktioniert.

So wurden aus Nationalparkkritikern Nationalparkbefürworter. Dies ist auf mittlere und lange Sicht unerlässlich, um die 800 Elefanten auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

Wir sind zuversichtlich, dass wir sowohl den Tieren als auch den Menschen mit dem Projekt nachhaltig helfen können. Ich hoffe, dass uns die deutsche Bundesregierung und weitere Geldgeber dabei unterstützen werden.

Dr. Ralf Sonntag

Erfahren Sie mehr über unsere Tierschutzprojekte weltweit.

Post a comment

Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien