China: IFAW Greifvogelstation in Peking rettet zwei Käuze aus Gefangenschaft

Der gerettete Kuckuckstrillerkauz.Rettung eines asiatischen Kuckuckstrillerkauzes

Wildtierhändler hatten den Kuckuckstrillerkauz in der Wildnis eingefangen und eine weite Strecke transportiert, um ihn zu verkaufen. Sein Besitzer in Peking hatte ihn als Geschenk bekommen und weil er nicht fressen wollte, rief dieser die IFAW Greifvogelstation an.

Als das Team der Greifvogelstation bei dem Kauz ankam, war er unterernährt, seine Federn waren gebrochen und er hatte Verletzungen an den Klauen und am linken Flügel. Zu seinem miserablen gesundheitlichen Zustand kam noch dazu, dass er an Menschen gewöhnt zu sein schien.

In freier Wildbahn wäre so eine unnatürliche Verhaltensweise für einen Kauz äußerst gefährlich. In der Obhut der IFAW Greifvogelstation jedoch fing der Kauz bald wieder an, gut zu fressen und zuzunehmen. Die Mitarbeiter checkten ihn täglich durch, säuberten seine Wunden und verabreichten Schmerzmittel und Antibiotika.

Nach ein paar Wochen waren Klauen und Flügel wieder heil. Und da er in einer Umgebung mit möglichst wenig Menschenkontakt gehalten wurde, gewann er auch seine natürliche Skepsis gegenüber Menschen zurück.

Es dauerte lange, bis dem Kauz wieder gesunde Federn nachgewachsen waren, aber nach sieben Monaten Genesung ist sein Federkleid jetzt wieder viel voller. Sobald die Flügelfedern nachgewachsen sind und er in der Lage ist, alleine zu fliegen, soll er freigelassen werden.

Der Kuckuckstrillerkauz (Glaucidium cuculoides) lebt in den Wäldern der gemäßigten Zone in Indien und Südostasien. Das Team der Greifvogelstation wird den geretteten Kauz mit dem Zug nach Südchina bringen und ihn dort freilassen.

Rettung eines Steinkauzes

Dieser gerettete Steinkauz wird zurzeit in der Greifvogelstation in China gepflegt.

Bevor der Steinkauz in der IFAW Greifvogelstation ankam, lebte er ungefähr ein Jahr lang als Haustier in einem Käfig in Fengtai, Peking.

Die lange Gefangenschaft hatte seine Muskulatur verkümmern lassen, sein Wachstum gehemmt und sein Gefieder beschädigt. Der Besitzer fing an, sich Sorgen um seine Gesundheit zu machen.

Als der Kauz in der Greifvogelstation ankam, war sein Schnabel zu lang gewachsen, er hatte keine Federn auf dem Kopf, seine Flügelfedern verloren und seine Haut war wund.

Durch die Gefangenschaft war er auch nicht mehr in der Lage, ganze Beutetiere zu verspeisen, wie es eigentlich in seiner Natur liegt, sondern er konnte nur Fleisch ohne Fell und Knochen fressen.

Der Steinkauz (Athene noctua) ist ein in der Region Peking heimischer Vogel. Er lebt außerdem in vielen warmen Gegenden in Asien, Europa und Nordafrika.

Die Art hat sich in menschlich besiedelten Gegenden gut angepasst und nistet häufig in Mauern und Gebäuden. Steinkäuze sind teilweise tagaktiv. Sie gewöhnen sich schnell an Menschen und bleiben ohne Scheu auf ihrem Ast sitzen, wo sie sehr leicht zu sehen sind. Das bedeutet leider auch, dass man sie, wie im Fall dieses Kauzes geschehen, recht leicht fangen kann.

In der Greifvogelstation wurde dem Steinkauz zunächst der Schnabel gestutzt und er kam in ein größeres, artgerechtes Gehege. Das Team checkte ihn regelmäßig durch. Seit seiner Ankunft in der Greifvogelstation ist sein Gefieder wieder nachgewachsen und sein Gesundheitszustand hat sich verbessert.

Der Kauz wird bald in ein neues Gehege umziehen, wo er mehr Platz zum Fliegen hat. Dort wird man beobachten, wie er fliegt und feststellen, ob seine Muskulatur schon wieder so gut aufgebaut ist, dass er ein neues Leben in der Wildnis beginnen kann. Und wenn er vollständig genesen ist, wird er in Peking zurück in die Freiheit entlassen.

Isobel Annan

Unterstützen Sie uns, damit wir noch mehr Wildtieren in China helfen können.

Post a comment

Experten

Kampagnenberater
Kampagnenberater
Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien