China folgt Aufruf des IFAW und vernichtet sechs Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein

Die Aufnahmen von IFAW Mitarbeitern zeigen chinesische Zollbeamte, die die Vernichtung beschlagnahmten Elfenbeins in Guangzhou, China, vorbereiten.

 

Im Zuge der öffentlichen Vernichtung staatlicher Elfenbeinbestände durch die US-Regierung vor einigen Monaten in Denver hatte ich andere Staaten aufgerufen, dem Beispiel zu folgen und ihr Elfenbein ebenfalls zu zerstören.

Nun ist die chinesische Regierung diesem Aufruf gefolgt und hat in Guangzhou mehr als sechs Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein zermahlen. Die Aktion soll die Öffentlichkeit auf die besorgniserregenden Ausmaße des illegalen Wildtierhandels aufmerksam machen.

Elfenbeinvernichtungen haben eine starke symbolische Wirkung: Die Öffentlichkeit bekommt Bilder von den Unmengen an Stoßzähnen und Elfenbeinprodukten zu sehen, die in die Verbraucherländer geschmuggelt werden, und jeder kann sich lebhaft vorstellen, dass Zehntausende Elefanten für dieses Elfenbein sterben mussten.

Vor der Elfenbeinvernichtung in den USA hatten in den Jahren zuvor bereits die Philippinen, Kenia und Gabun Elfenbeinbestände verbrannt oder zermahlen. Und obwohl der Aufruf aus Denver kam, war ungewiss, welcher Staat ihm als erstes Folge leisten würde. Dass ausgerechnet China sich nun dazu entschlossen hat, einen Teil seines Elfenbeins zu zerstören, ist angesichts der Tatsache, dass es eines der Hauptabnehmerländer des "weißen Goldes" ist, ein echter Meilenstein.

Ich bin sehr stolz auf die Mitarbeiter unseres Teams vom IFAW China, die neben Vertretern des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES, der Weltzollorganisation und der US-Botschaft in China an der öffentlichen Veranstaltung teilnehmen durften.

Das geschlossene Auftreten der Akteure sendet die klare Botschaft an Wilderer, Schmuggler und Konsumenten in aller Welt, dass das Abschlachten von Elefanten grausam und der Konsum von Elfenbein kaum weniger unmoralisch ist.

Eine Elfenbeinvernichtung hat aber auch unmittelbare Auswirkungen: Wenn konfisziertes Elfenbein zerstört wird, kann es nicht mehr auf den Markt gelangen. Das senkt den Anreiz, Elefanten zu wildern. Sechs Tonnen Elfenbein sind zwar nur ein kleiner Bruchteil des insgesamt beschlagnahmten Elfenbeins, doch wenn Staaten weiterhin öffentlich ihr Elfenbein zerstören, setzt das starke Zeichen gegen Wilderei und Wildtierhandel und für die Erhaltung der wildlebenden Elefanten.

Die Elfenbeinvernichtung in China ist nur der erste einer ganzen Reihe wichtiger Schritte, die in naher Zukunft weltweit unternommen werden, um dem illegalen Wildtierhandel die Stirn zu bieten. Das Europäische Parlament wird in diesem Monat über eine Resolution für einen EU-Aktionsplan gegen den Schmuggel von Wildtierprodukten abstimmen. Im Februar wird dann Frankreich drei Tonnen Elfenbein vernichten. Eine Woche darauf findet in London ein Gipfel mit Vertretern aus 50 Staaten statt, die vom illegalen Wildtierhandel betroffen sind.

Seit Jahrzehnten macht sich der IFAW schon gegen Wilderei und Elfenbeinhandel stark. In der letzten Zeit nimmt die Elefantenwilderei immer schlimmere Ausmaße an. Allein im letzten Jahr wurden in Afrika schätzungsweise 35.000 Elefanten getötet.

Einem UN-Bericht zufolge schrumpfen die Elefantenbestände aufgrund der Wilderei jedes Jahr um über elf Prozent und werden vielleicht bald vom Aussterben bedroht sein. Auch die berühmte Verhaltensforscherin Jane Goodall zeigte sich in einem Gastbeitrag, den sie anlässlich der Elfenbeinvernichtung in Denver geschrieben hatte, äußerst besorgt um die Zukunft der Elefanten.

Elfenbeinschmuggel hat allerdings nicht nur für Elefanten tödliche Auswirkungen. Auch Menschen fallen ihm zum Opfer. Manchmal leiden sogar ganze Gemeinden unter ihm. Neben Menschenhandel, Drogenhandel und Waffenhandel rangiert der illegale Wildtierhandel (von dem der Elfenbeinhandel einen Großteil ausmacht) beim international organisierten Verbrechen ganz oben. Der mit illegalen Wildtierprodukten erzielte Umsatz beläuft sich auf schätzungsweise 19 Milliarden US-Dollar jährlich, wie die IFAW Studie "Criminal Nature - The Global Security Implications of the Illegal Wildlife Trade" ergeben hat.

Der IFAW arbeitet unermüdlich daran, jedes einzelne Glied in der Handelskette zu zerschlagen. Wir unterstützen Elfenbeinvernichtungen, bilden Wildhüter aus, arbeiten mit INTERPOL zusammen und haben gemeinsam mit der Clinton Global Initiative eine Partnerschaft zur Rettung des Afrikanischen Elefanten ins Leben gerufen.

Wenn wir zusammenarbeiten, haben wir eine Chance, dem grausamen Geschäft ein Ende zu setzen. Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn im Jahr 2014 und auch danach viele weitere Länder öffentlich ihr Elfenbein zerstören.

Azzedine Downes

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW gegen den illegalen Wildtierhandel.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien