Bonner Konvention bietet Chance für Elefanten

Elefanten sind eine Schlüsselart. Damit bezeichnet man Arten, von denen das Funktionieren des gesamten Ökosystems in hohem Maße abhängt.Es ist inzwischen weitläufig bekannt, dass Elefanten innerhalb ihres Ökosystems eine zentrale Rolle spielen und dass sich ohne sie ganze Landschaften drastisch verändern würden.

In Afrikas Tropenwäldern wären beispielsweise über vierzig Baumarten in Gefahr, wenn die Elefanten ihre Samen nicht mehr verbreiten würden. Ebenso würde sich die Vegetation in der Savanne drastisch verändern, wenn die Elefantenbestände unter ihre natürliche Größe schrumpfen. Ohne Elefanten würde sich die weitläufige Savanne in Buschland verwandeln. Und viele Tierarten würden ihren natürlichen Lebensraum verlieren.

Veränderungen im Tierreich haben Veränderungen im gesamten Ökosystem zur Folge und reduzieren den Beitrag, den das Ökosystem zu sauberem Wasser, sauberer Luft, dem Abbau von Verschmutzung und Schadstoffen und der  CO2-Abscheidung und -Speicherung leisten kann – um nur einige Faktoren zu nennen. Sie sind unverzichtbare Grundlage für unser menschliches Leben.

Es ist zwar bewiesen, dass die direkte Abhängigkeit zwischen Artenvielfalt und Umweltfaktoren umso größer ist, je ärmer Menschen sind und je naturnäher sie leben. Daraus zu folgern, dass die Menschheit jemals in der Lage sein wird, von der Artenvielfalt unabhängig zu sein, ist jedoch ein Irrglaube.

Auch unter Wirtschaftswissenschaftlern ist weitläufig bekannt, dass der Rückgang der Artenvielfalt und die sich daraus ergebenden negativen Konsequenzen auf unsere Umwelt neben dem Verschwinden von Arten gleichzeitig auch hohe Kosten mit sich bringen.

Elefanten sind eine Schlüsselart. Das bedeutet,  dass die Funktionsfähigkeit des gesamten Ökosystems in hohem Maße von ihnen abhängt. Aus diesem Grund werden sie oft als „Hüter der Lebensräume“ wahrgenommen, von denen auch die Menschen abhängig sind.

Viele Regierungen geben auch heute noch kurzfristigen finanziellen Gewinnen den Vorrang vor dem Schutz von Elefanten und anderen Wildtieren.

Elfenbein beispielsweise bringt hohe Gewinnspannen für einige wenige Menschen – besonders in den reichen Absatzländern. Wegen der unstillbaren Nachfrage nach Elfenbein fallen pro Jahr Zehntausende Elefanten Wilderern zum Opfer. Dies verursacht auch große finanzielle Schäden in den Ländern verursacht, in denen die Elefanten zu Hause sind.

Die Wilderei kann dazu führen, dass ganze Elefantenpopulationen ausgelöscht werden. Dies hat negative Konsequenzen für das Ökosystem und verursacht am Ende auch einen ökonomischen Schaden, der um ein Vielfaches größer ist als der Wert des Elfenbeins, für das die Elefanten sterben mussten.  

Der neue Generalsekretär der Bonner Konvention zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (Convention on Migratory Species, CMS) Bradnee Chambers erinnerte kürzlich alle Länder an ihre Verpflichtung, zum Schutz der Elefanten beizutragen:

"Die Bonner Konvention hat den klaren Auftrag, gefährdete Wandertierarten wie die Elefanten zu schützen. Die wichtigsten Verbreitungsländer der beiden Unterarten des Afrikanischen Elefanten sind Mitglieder der CMS. Sie sind daher verpflichtet, ihren Schutz zu verbessern und ihre Lebensräume zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen. Wenn wir die Population der Afrikanischen Elefanten in der Region auf Anhang I der CMS setzen würden, wären Mitglieds- und Verbreitungsländer verpflichtet, sie umfassend zu schützen und jegliche Form der Jagd zu verbieten."

Wir sollten uns den Forderungen Chambers anschließen und von unseren Regierungen fordern, seine Empfehlung in die Tat umzusetzen, die Elefanten in Anhang I der CMS aufzunehmen. Es ist höchste Zeit, die Elefanten zu schützen. Ihnen zuliebe, aber auch uns selbst zuliebe.

Peter Pueschel

Erfahren Sie mehr darüber, was der IFAW tut, um die Elefanten zu schützen.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien