Blickpunkt Malawi: die Rettung des Liwonde-Nationalparks

Im Video erklärt IFAW Präsident Azzedine Downes, warum die „Chikolongo Community Fish Farm“ für den Schutz der Wildtiere in Malawi so wichtig ist.

 

Der Liwonde-Nationalpark in Malawi zählt zu den noch wenig bekannten Schätzen Afrikas. In der westlichen Hemisphäre ist das relativ kleine Land vor allem bekannt, weil zwei Adoptivkinder des Popstars Madonna dort geboren wurden. Dass der Liwonde-Nationalpark zu den Gebieten mit der größten Artenvielfalt im südlichen Afrika zählt, wissen hingegen nur wenige.

Wilderer beim Fischen im Shire River im Liwonde-Nationalpark © IFAWDoch die Region ist bedroht: Die Elefanten, Nashörner, Nilpferde sowie viele andere Weidetiere und über 600 Vogelarten müssen täglich mit einer stetig wachsenden Zahl an Menschen um Nahrung, Wasser und Weideflächen ringen. Zudem sind seltene Tierarten durch kommerzielle Wilderei bedroht. Der illegale Fischfang im Shire River, in dem vor allem Welse und Brassen heranwachsen, hat die Bestände flussaufwärts im Malawisee bereits stark reduziert. Gleichzeitig schmälert dies die Erträge der Fischer und beeinträchtigt die Nahrungsversorgung der Menschen vor Ort.

Vergangenes Wochenende war ich gemeinsam mit Ministerin Rachel Mazombwe-Zulu, Staatssekretärin Tressa Senzani, Nationalpark-Chef Brighton Kumchedwa und dem deutschen Botschafter Dr. Peter Woeste bei der Eröffnung der „Chikolongo Community Fish Farm“ an der Westgrenze des Liwonde-Nationalparks in Malawi.

Gemeindemitglieder beim Bau der Chikolongo Fischfarm © IFAWDie Mitglieder der Gemeinde Chikolongo, die für den Bau der Fischfarm verantwortlich waren, kamen zu Hunderten, um die Einweihung eines Projektes zu feiern, das sie und ihre Familien zukünftig wirtschaftlich absichern wird.

Die „Chikolongo Community Fish Farm“ ist wichtig, um der dort lebenden Gemeinde eine alternative Grundlage für ihren Lebensunterhalt zu bieten. Das Projekt ist Bestanteil des Programms zur Erhaltung des Liwonde-Nationalparks, bei dem Malawis Ministerium für Nationalparks und Wildtiere (DNPW) mit dem IFAW zusammenarbeitet. Ein zentraler Bestandteil dieses Programms ist die Einbeziehung der Gemeinden in die Projektarbeit. Damit der Liwonde-Nationalpark eine sichere Heimat für Wildtiere bleibt, muss sichergestellt werden, dass es den Gemeinden in der Nähe des Parks gut geht.

Einheimische Frauen und Kinder beim Wasserholen im Shire River © IFAWVielleicht fragen Sie sich, wie dieses Projekt Menschen und Tieren helfen kann: Der Fluss im Nationalpark ist für alle überlebenswichtig. Die Menschen, die  am Rande des Parks leben, fangen illegal Fische und  andere Tiere im Park und holen im Fluss Wasser. Oft werden sie währenddessen von Elefanten und noch öfter von Krokodilen getötet. Die Menschen wissen, dass sie ihr Leben gefährden, aber sie gehen trotzdem in den Park. Denn sie brauchen den Fisch und sie brauchen Wasser.

Jedes Projekt, an dem wir mitwirken, erfordert eine individuelle Herangehensweise. In diesem Fall sind wir auf die Mitwirkung der Menschen vor Ort angewiesen. Die Aufgabe des IFAW besteht darin, die Tiere im Park zu schützen. Dies können wir nur schaffen, wenn wir den Menschen im Umland des Parks besser schützen. Wenn wir die Bedürfnisse der Menschen vor Ort nicht berücksichtigen, bleiben die Probleme mit Wilderern und Tierfängern ungelöst. Wir sind daher auf die Unterstützung der Gemeinde angewiesen.

Weitere Partner des Projekts sind die malawische Regierung, Deutschland über seine Vertretung in Malawi, der IFAW, das malawische Ministerium für Nationalparks und Wildtiere sowie die Microloan Foundation. Die Finanzierung des Projekts wurde ermöglicht durch die deutsche Botschaft und die Spenden der IFAW-Förderer.

Der Liwonde-Nationalpark gehört zu den schönsten und beeindruckendsten Gebieten Afrikas. Der IFAW arbeitet hier, um Elefanten und andere Wildtiere zu schützen, die durch Konflikte mit Menschen im Park und an dessen Grenzen bedroht sind. Die Errichtung der Fischfarm hilft uns, die Tiere im Liwonde-Nationalpark zu schützen. Zugleich ist dieses Projekt ein Musterbeispiel, wie wir weltweit Wildtiere durch die Schaffung alternativer Einkommensmöglichkeiten schützen  können.

Azzedine Downes

Helfen Sie uns mit Ihrer Spende, Projekte wie die „Chikolongo Community Fish Farm“ zu realisieren.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
Regionaldirektor Mittlerer Osten
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Faye Cuevas, Esq., Strategische Beraterin und Leiterin tenBoma
Strategische Beraterin und Leiterin tenBoma
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Jeffrey Flocken, Regionaldirektor Nordamerika
Regionaldirektor Nordamerika
Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität
Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
Leiter IFAW Deutschland
Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater Strategische Partnerschaften