Auch die letzte Lüge um Japans "wissenschaftlichen" Walfang ist entlarvt

Die Genauigkeit, mit der Australien vor Gericht dargelegt hat, dass Japans Walfang ausschließlich kommerziellen Interessen dient und weder modernen wissenschaftlichen Standards genügt noch irgendeine Erkenntnis bringt, hat dafür gesorgt, dass nun auch die letzte Lüge um Japans Walfang entlarvt wurde. Foto: Greenpeace International

Seit im vergangenen Monat die mündlichen Anhörungen zur Klage Australiens gegen Japans sogenannten "wissenschaftlichen" Walfang vor dem Internationalen Gerichtshof (ICJ) zu Ende gingen, fragt sich so mancher, was als Nächstes passiert.

Die Anhörungen, die insgesamt drei Wochen dauerten, waren nur ein Teil des seit 2010 laufenden Verfahrens, aber sie waren der für die Öffentlichkeit zugänglichste Part. Wer die Anhörungen verpasst hat, findet die Verfahrensdokumente sowie Videos zu jeder Sitzung auf der Webseite des Internationalen Gerichtshofs.

Sowohl Australien als auch Japan präsentierten sich in ihren Plädoyers äußerst wortgewandt und überzeugungsstark. Die beiden Länder, die eigentlich ausgezeichnete diplomatische Beziehungen pflegen, nahmen in diesem Verfahren kein Blatt vor den Mund.  

Ein Beobachter bemerkte ganz richtig: "Die Australier sollten zufrieden mit der wasserdichten Anklage sein, die ihre Anwälte präsentiert haben." Wir müssen der australischen Regierung für diese glänzend vorbereitete Anklage wirklich dankbar sein. Sie besticht durch sorgfältig recherchierte Fakten, stichhaltige Argumente und treffsichere Fragen.

Das Schicksal der Wale liegt nun in den Händen der sechzehn Richter, die ein Urteil fällen werden. In den kommenden Monaten könnten ihre Entscheidungen nicht nur Konsequenzen für die Zukunft des Walfangs im Südpolarmeer haben, sondern auch für die Durchsetzung international geltender Umweltschutzgesetze generell.

Die Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofs brauchen Zeit. In früheren Verfahren verstrichen bis zur Urteilsverkündung vier bis neun Monate. Die australische Regierung hofft, dass die Entscheidung noch vor Beginn der nächsten Walfangsaison fällt. Es bleibt abzuwarten, ob die die Mühlen des internationalen Gerichtshofs schnell genug mahlen - denn das Verfahren ist komplex.

Eines ist jedoch sicher: Die Genauigkeit, mit der Australien vor Gericht dargelegt hat, dass Japans Walfang ausschließlich kommerziellen Interessen dient und weder modernen wissenschaftlichen Standards genügt noch irgendeine Erkenntnis mit sich bringt, hat dafür gesorgt, dass nun auch die letzte Lüge um Japans sogenannten "wissenschaftlichen" Walfang entlarvt wurde.

Matt Collins

Erfahren Sie mehr darüber, was der IFAW tut, um dem kommerziellen Walfang ein Ende zu setzen.

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