Amurtigerjunges wird nach Schussverletzung im Gesicht im russischen Tigerzentrum versorgt

Yarik

Vor zwei Monaten wurde ein Tigerjunges mit einer Schusswunde im Gesicht in dem vom IFAW geförderten PRNCO-Tigerzentrum aufgenommen. Seine Überlebenschancen standen nicht sehr gut.

Bewohner hatten den kleinen Tiger im Bezirk Pozharskiy in der Region Primosrskiy entdeckt und dies den Behörden gemeldet. Daraufhin machten sich Spezialisten der Jagdaufsichtsbehörde zusammen mit Viktor Kuzmenko vom PRNCO-Tigerzentrum sofort auf den Weg, um ihn zu retten.

Während seine Mutter und seine Geschwister lebten und in Sicherheit waren, mussten sie das sieben Monate alte Junge ins Tigerzentrum bringen, um es medizinisch zu versorgen. Nachdem die Tierärzte das Tigerjunge behandelt hatten, brachten sie es in die Quarantänestation. Dort wurde er auf den Namen Yarik getauft.

Am dritten Tag begann Yarik, Milch zu trinken. Am fünften Tag kehrten seine Lebensgeister zurück: Er fing an, sein Fell zu pflegen und zeigte Abwehrverhalten, wenn Menschen sich ihm näherten.

Kurz darauf öffnete er sein verletztes rechtes Auge. Auch sein Appetit und seine natürlichen Verhaltensweisen kehrten zurück. “Er fraß gierig sein Futter und zerbrach dabei sogar sämtliche Futternäpfe,” erzählte Kuzmenko. “Nie zuvor hat mich zerbrochenes Geschirr so glücklich gemacht!”

Die Tierärzte gehen davon aus, dass sich sein verletztes Auge erholt. Somit steigen seine Chancen auf eine Rückkehr in die Wildnis von Tag zu Tag.

Da Yarik zunächst in der Quarantänestation untergebracht war, konnten die beiden Tigerjungen Vladik und Filippa ihren neuen Mitbewohner im Zentrum nicht sofort persönlich begrüßen. Doch hören konnten sie ihn bereits.

Inzwischen ist die junge Tigerin Lazovka seine nächste Nachbarin in den Gehegen des Tigerzentrums. Sie wurde im Dezember im Zentrum aufgenommen und kommt aus dem gleichnamigen Bezirk in der Region Primorsky, Lazovka hat bereits begonnen, Jagdfähigkeiten zu entwickeln, was sehr wichtig für ihre Rehabilitation ist.

Lazovka sucht auch Kontakt zu den beiden älteren Tigern Filippa und Vladik. Obwohl sie einander nur durch den Zaun der Gehege sehen können, ist dies immens wichtig für ihre Entwicklung. Dort, wo die drei Gehege aneinander grenzen, sind Liegemulden erkennbar. Das bedeutet, dass die Tiere viel Zeit damit verbringen, einander zu beobachten. Generell kommunizieren sie am liebsten während der Dämmerung miteinander.

Bei der letzten tierärztlichen Untersuchung wurde Yarik nochmals geröntgt und die Fäden wurden gezogen. Auf dem Röntgenbild kann man sehen, dass die gebrochenen Schädelknochen gut heilen. Außerdem macht er momentan einen Zahnwechsel durch. Das bedeutet, dass er sich seinem Alter gemäß entwickelt.

Ekaterina Blidchenko

Die Mitarbeiter des PRNCO-Tigerzentrums danken den Tierärzten Mikhail Alshinetsky und John Lewis und unseren Partnern für die ständige Hilfe und Unterstützung bei der Behandlung des verletzten Tigerjunge.

Die Beobachtung der Amurtiger wird von uns gemeinsam mit dem PRNCO "Tiger Center", den Jagdinspektoren der Jüdischen Autonomen Oblast, dem Institut für Ökologie und Evolution der Russischen Akademie der Wissenschaften, der Wildlife Conservation Society (WCS) sowie Mitarbeitern des Bastak-Naturschutzgebiets und des Khingansky-Naturschutzgebiets durchgeführt.

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Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
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