Japan: mehr Walfleisch auf dem Markt als erlaubt
Das Forscherteam unter der Leitung von Dr. Scott Baker (Oregon State University, USA) analysierte die DNA von 99 Walfleischprodukten, die auf japanischen Märkten seit 2006 gekauft worden waren. Das Fleisch stammte von sechs unterschiedlichen Walarten: Buckelwale, Finn-, Sei-, und Brydewal sowie vom Nordpazifischen und Antarktischen Zwergwal.
Die Finnwalproben wurden genauer untersucht und dabei Methoden der menschlichen Forensik angewandt. Das Ergebnis: das Fleisch stammt von 15 unterschiedlichen Tieren. Japan hatte aber laut offizieller Angaben nur 13 Finnwale in 2006 und 2007 in ihrem „wissenschaftlichen“ Walfangprogramm getötet.
„Auch offizielle Meldungen von Beifang oder in Fischernetzen umgekommenen Finnwalen können die Diskrepanz nicht erklären,“ so Dr. Ralf Sonntag, Direktor des IFAW-Deutschland. „Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten, wie das Fleisch in den Verkauf gelangte. Entweder Japan meldet nicht alle getöteten Wale oder die Regierung kann den illegalen Handel mit Walfleisch nicht unterbinden. Beide Möglichkeiten sind gleichermaßen erschreckend. Ein weiterer Beweis dafür, dass der Walfang außer Kontrolle ist und gestoppt werden muss.“