Erste Wolfswelpen in Brandenburg geboren
Mit dem Zschornoer Rudel gibt es in diesem Jahr wahrscheinlich insgesamt vier kleine Wolfsrudel mit Welpen in der Lausitz, denn in Sachsen ist in diesem Jahr auch ein weiteres zu den beiden bisher bekannten Wolfsfamilien hinzugekommen.
In West- und Mitteleuropa ist der Wolf im 18. und 19. Jahrhundert fast ausgerottet worden. Wenige Tiere überleben in Westeuropa noch in Portugal und Spanien sowie in Südost- und Osteuropa.
Seit den 70-er Jahren stabilisierte sich die Population in Ostpolen und der Slowakei. In Westpolen wurde eine kleine Gruppe unweit der Oder heimisch. Anfang der 90-er Jahre begann eine natürliche Wiedereinwanderung nach Brandenburg.
Wölfe sind nicht jagdbar und genießen auf Grund nationaler und
internationaler Rechtsvorschriften in der Europäischen Union strengsten Schutz.
Die Tötung eines Wolfes wird daher als Straftat verfolgt.
Erst mit
dem Wirksamwerden des strengen gesetzlichen Schutzes, den Wölfe auf der
Grundlage europäischer und nationaler Rechtsvorschriften genießen, ist es den
Tieren möglich geworden, in Gebieten, in denen sie ehemals heimisch waren,
wieder sesshaft zu werden. Die Fortpflanzung werten Wolfskundler als
spektakulären Erfolg.
So hat sich auch der Internationale
Tierschutz-Fonds IFAW der Unterstützung des Wolfsmanagements in Deutschland
verschrieben. Nachdem bereits im vergangenen Jahr dem ehrenamtlichen
Naturschützer Reinhard Möckel in einem durch den Brandenburgischen
Naturschutzfonds geförderten Projekt der Nachweis eines einzelnen Wolfes mit
einer Fotofalle gelungen war, konnten durch das Engagement des IFAW im Gebiet
des Zschornoer Waldes weitere digitale Fotofallen eingesetzt sowie intensive
Forschungen finanziert werden. „Durch unsere Unterstützung sind die Experten vor
Ort bestens über die Entwicklung des Wolfbestands in diesem Teil Brandenburgs
informiert“, erklärt IFAW-Mitarbeiter Robert Kleß. „Voraussetzung eines
effektiven Wolfsmanagements - sowohl im Hinblick auf den Schutz des Wolfes als
auch im Hinblick auf die Prävention von Schäden an Haustieren - ist die
genaue Kenntnis, wo wie viele Tiere vorkommen.“ Deshalb wird flächendeckend ein
funktionierendes Beobachtungsnetz eingerichtet, auch um Berichtspflichten über
diese Tierart gegenüber der EU nachzukommen. Schon jetzt gibt es in Brandenburg
ehrenamtlich tätige, speziell geschulte Wolfsbetreuer, darunter viele Forstleute
und Jäger, deren Arbeit durch das Landesumweltamt koordiniert wird.