Ente vergiftet Seeadler
Die Tiere hatten sich durch den Verzehr von Enten vergiftet. Die Mitarbeiter des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) stellten bei ihnen eine Vergiftung durch Pestizide fest. Pestizide werden im ländlichen China dazu verwendet, Wildtiere zu töten um sie dann auf den Märkten als Nahrung zu verkaufen.
An der Fundstelle der zwei Seeadler befanden sich auch mehrere tote Enten. Die Greifvögel hatten sich durch den Verzehr der Enten vergiftet. Eine solche sekundäre Vergiftung ist häufig die Todesursache für Wildtiere in China und trifft auch bedrohte Tierarten wie den Seeadler.
Seeadler (Haliaeetus albicilla) sind in China seltene Wintergäste und stehen dort unter strengem Schutz. Sie sind in Nordeuropa und Asien verbreitet und ernähren sich hauptsächlich von Fischen aber auch von Wassergeflügel. Bis 2009 stufte sie die Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet ein, dank europäischer Schutzbemühungen hat sich ihr Bestand aber weiter stabilisiert und wird weltweit auf etwa 20.000 bis 40.000 Tiere geschätzt.
Seit 2001 existiert das IFAW-Greifvogel-Rehabilitationszentrum. 3.000 Greifvögel konnten seitdem dort behandelt werden. Etwa fünf Prozent der aufgenommenen Vögel waren Opfer einer sekundären Vergiftung.
Greifvögel stehen am Ende der Nahrungskette, mit ihrer Beute nehmen sie Giftstoffe auf, die sich in ihren Körpern anhäufen. In Deutschland und Europa hatte in den 1970er Jahren das Insektizid DDT zu einer starken Abnahme der Seeadlerbestände geführt.