Island: 26 Länder kritisieren Walfang
Seit Juni 2009 töteten die Walfänger der Atlantikinsel schon 125 der bedrohten Finnwale und 80 Zwergwale. „Das ist verrückt, nicht einmal Japan erlegt so viele Finnwale,“ kommentiert Andreas Dinkelmeyer vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Regierungen und Bürger in aller Welt beobachten Island sehr genau. Die Inselnation sollte auf die internationale Staatengemeinschaft und deren Bürger hören und den Walfang beenden. Die Walbeobachtung bietet sich als humane und profitable Alternative zum grausamen Walfang an.“
Die Regierungen drücken mit der formalen Protestnote ihre „tiefe Enttäuschung“ über Islands Entscheidung aus, den kommerziellen Walfang wieder zu erlauben. Anfang des Jahres hatte der Fischereiminister der zurückgetretenen Regierung kurz vor dem Ende seiner Amtszeit eine jährliche kommerzielle Walfangquote von bis zu 150 Finn- und 100 Zwergwalen für fünf Jahre erlassen.
Die jetzige Regierung beschränkte den Fangzeitraum zunächst auf ein Jahr, erhöhte aber die Quoten auf 200 Finnwale und 200 Zwergwale für 2009, obwohl es keinen Absatzmarkt für Finnwalfleisch und einen nur sehr begrenzten Markt für Zwergwalfleisch in Island gibt.
„Das bedeutet, die gefährdeten Wale sterben einen langsamen und qualvollen Tod, nur damit ihr Fleisch auf unbestimmte Zeit in Kühlhäusern eingelagert wird,“ so Dinkelmeyer weiter. „Mit seinem beharrlichen Festhalten am grausamen und unnötigen Walfang schließt sich Island selbst aus der internationalen Staatengemeinschaft aus.“