Per Gesetz fordert kanadischer Senator das Ende der Robbenjagd
Das Gesetz sieht eine Abänderung des bestehenden Fischereigesetzes vor. Es soll die kommerzielle Jagd auf Robben in kanadischen Gewässern verbieten, aber die Jagdrechte der Inuit schützen.
Harbs Initiative kommt zu einer kritischen Zeit für die Robbenjäger: Jüngste Umfragen in Kanada ergaben, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen die Robbenjagd ist. Die Robbenjagd-Industrie strauchelt seit langem. Aufgrund der mangelnden internationalen Nachfrage nach Robbenfellen sollen die Preise in diesem Jahr noch weiter fallen. Die EU entscheidet demnächst über ein EU-weites Handelsverbot für Robbenprodukte. Eine Abstimmung des EU-Binnenmarktausschusses Anfang der Woche macht ein klares Votum für ein uneingeschränktes Handelsverbot immer wahrscheinlicher.
„Es kann nicht die Lösung der kanadischen Regierung sein, die Jagd immer weiter zu verteidigen,“ kommentierte Senator Mac Harb. „Wir können nicht den Kopf in den Sand stecken und so tun, als ginge das alles irgendwann wieder vorbei. Es ist höchste Zeit, Pläne zu entwickeln, wie man die paar tausend Robbenjäger in zukunftsweisendere Jobs überführt.“
„Weltweit wächst die Opposition gegen kommerzielle Robbenjagden. Erst Russland, jetzt Kanada und demnächst hoffentlich die EU. Leider glänzt die Bundesregierung derzeit nicht durch Taten,“ so Sonntag. „Da zumindest das Bundeswirtschaftsministerium zur Zeit die deutsche Unterstützung für ein komplettes Handelsverbot in der EU blockiert, ist dieser wichtige Schritt gegen die Robbenjagd in Gefahr. Dies widerspricht dem einstimmigen Bundestagsbeschluss gegen den Robbenhandel und dem Willen der deutschen Bevölkerung. Das ist kein kluger Schachzug im Superwahljahr 2009!“