Entscheidungen für den Artenschutz insgesamt positiv
Der strenge Schutz der Tiger bleibt bestehen. Das Ansinnen Chinas scheiterte, den Bedarf an Tigerprodukten aus gezüchteten Tigern zu decken. „Tigerzucht kann keine Lösung sein“, so Vivek Menon vom IFAW-Indien. „Der Handel mit Tigerteilen, auch wenn sie aus Zuchten stammen, wird den Markt anheizen. Und am Ende ist es sehr viel billiger einen der letzten 5000 in Freiheit lebenden Tiger zu wildern als einen in der Zucht aufzuziehen. Glücklicherweise hat eine Mehrheit dies verhindert“.
Verboten bleibt der internationale Handel von Walfleisch oder anderen Teilen der sanften Riesen. Auch erkannten die Delegierten erstmals die Schwierigkeiten der Kontrolle und das bedrohlich wachsende Ausmaß des Internethandels an. Eine IFAW Studie registrierte in Großbritannien allein in einer Woche über 9.000 illegale Wildtier-Angebote - darunter lebende Tiere und Produkte aus Tierkörperteilen.
Algerien beantragt den Schutz der Cuviergazelle. Die in Nordafrika lebende Gazellenart ist inzwischen durch Wilderei und Lebensraumverlust stark bedroht. Mit Unterstützung der EU einigten sich die Nationen im Konsens auf eine Aufnahme der Gazellenart auf Anhang I und verbietet damit den internationalen Handel.
Schlechter erging es den Nashörnern und Leoparden. Trotz geringen Bestandszahlen und Wilderei bleibt die Trophäenjagd auf diese Arten möglich.
„Insgesamt konnten wir doch einiges für den Artenschutz hier erreichen,“ so Pueschel. „Es ist ein großer Erfolg für die Elefanten und Tiger. Was uns allerdings Sorge bereitet ist eine zunehmend wirtschaftliche Betrachtungsweise. Bei fast jedem Thema und in vielen Argumenten stand der kurzfristige wirtschaftliche Nutzen im Mittelpunkt. Dabei geht es doch darum die Arten langfristig zu erhalten, um eine ökologisch nachhaltige Nutzung zu ermöglichen. Die grundlegende Idee der Konvention ist doch, den Einbruch der Populationen zu verhindern“ erinnert Peter Pueschel zusammendfassend am letzten Tag der CITES-Konferenz.