Umweltstandards müssen bleiben
In dem Fördergebiet liegen die Nahrungsgründe der Westpazifischen Grauwale. „Die Bauarbeiten zeigen negative Auswirkungen auf die Wale,“ erklärt Sonntag weiter, „wir konnten mehrere abgemagerte Wale identifizieren. Zudem hat der Bau einer Öl- und Gas-Pipeline auf der Halbinsel Sachalin verheerende Schäden in dem nordischen Urwald angerichtet. Wichtige Laich-Flüsse für Lachse und andere Fische wurden zerstört. Das gesamte Ökosystem ist betroffen.“
Seit über fünf Jahren setzt sich der IFAW für hohe Umweltstandards bei der Umsetzung des Projekts ein, insbesondere, um die Auswirkungen auf die Westpazifischen Grauwale zu minimieren.
„Der IFAW wird weiterhin die Bauarbeiten genau überwachen. Gerade weil der russische Staat diesen Sommer vehement auf die Einhaltung der Umweltrichtlinien gepocht hat, steht er nun in der Verantwortung diese auch bei einer Beteiligung von Gazprom genauestens umzusetzen. Russland muss beweisen, dass es die Umwelt nicht nur vorgeschoben hat, um das Geschäft selber zu machen“ so Sonntag.
Sachalin-2 war bisher das größte ausländische Investitionsprojekt in Russland ohne einheimische Beteiligung. Die Sachalin Energy Investment Company (SEIC) gehörte zu 55 Prozent Shell, die japanischen Firmen Mitsui (25 Prozent) und Mitsubishi (20 Prozent) hielten die restlichen Anteile. Das Projekt fördert zur Zeit 70.000 Barrel Öl pro Tag. Der weitere Ausbau soll die Fördermenge verdoppeln und zusätzlich soll hier die größte Flüssiggasanlage der Welt entstehen.