Japans Walfangflotte läuft aus
„Nicht einmal Japan wollte das Walfleisch aus Island haben wegen der Übersättigung des eigenen Marktes,“ erklärt Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Leiter des IFAW-Deutschland (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Nun ziehen die Japaner aus, für denselben Markt weiteres Walfleisch zu fangen. Ein sinnloser und qualvoller Tod erwartet diese Meeressäuger“.
IFAW Experte Vasili Papastavrou analysierte Filmaufnahmen der letztjährigen Jagd auf Zwergwale, die Greenpeace zur Verfügung gestellt hatte. Das Ergebnis: Die Tiere leiden extrem lange. Weniger als ein fünftel der gefilmten Wale starb sofort. Die restlichen Meeressäuger wurden durch die Harpunen fürchterlich verwundet, aber nicht getötet. Diese Tiere ertranken nach einem langen Todeskampf.
1986 hatte die Internationale Walfang-Kommission (IWC) wegen schwindender Walbestände ein weltweites Verbot des Walfangs erlassen. Trotzdem erlegte Japan weiter Wale, angeblich für die Wissenschaft. Allein während der Saison 2005/2006 auf der südlichen Halbkugel mussten 853 Zwergwale und 10 Finnwale sterben. Die Jagd auf der Nordhalbkugel ist bisher noch nicht beendet.